VDMA: Maschinenbau in Baden-Württemberg rechnet 2010 mit einem Umsatzanstieg von 10 Prozent
Die Mehrheit der baden-württembergischen Maschinenbauunternehmen kommt überraschend schnell und startk aus der Krise heraus. 75 Prozent der an der jüngsten Konjunkturumfrage des VDMA beteiligten Unternehmen berichten von einer befriedigenden, guten oder sehr guten Auftragseingangssituation.

- Unternehmen wollen wieder vermehrt Zeitkonten aufbauen. Quelle: Trumpf
Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren dies nur 15 Prozent.
Die Auftragseingänge im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau sind in den ersten fünf Monaten 2010 um real 35 Prozent angestiegen. Der kräftige Zuwachs muss aber vor dem Hintergrund des sehr niedrigen Ausgangsniveaus im Vorjahr und der Unterauslastung vieler Betriebe gesehen werden. „Der kräftige Auftragsschub hat noch längst nicht wieder überall zu voll ausgelasteten Kapazitäten geführt“, so der Vorsitzende des VDMA Baden-Württemberg (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer e.V.), Dr. Thomas Lindner, bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage des Verbandes am Montag in Stuttgart.
Auch für die nächsten Monate sind die Unternehmen recht zuversichtlich. 57 Prozent der befragten Unternehmen erwarten eine unverändert positive Entwicklung, 35 Prozent rechnen mit einer nochmaligen Verbesserung und nur acht Prozent mit einer Verschlechterung. Insgesamt erwarten die Unternehmen des baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbaus in 2010 einen Umsatzanstieg in der Größenordnung von zehn Prozent. Dabei rechnen 72 Prozent der Betriebe mit einem Umsatzanstieg, 21 Prozent sogar von mehr als 20 Prozent. Von einem Umsatzrückgang gehen nur noch 18 Prozent der Betriebe aus.
Personalabbau kommt zum Stillstand
Während sich im bisherigen Jahresverlauf Personalaufbau und Personalabbau die Waage hielten, wollen in den nächsten Monaten nur noch neun Prozent der Betriebe Personal abbauen, 22 Prozent hingegen Personal aufbauen. 69 Prozent wollen den Personalstand unverändert halten. Dennoch warnte Dr. Lindner vor zu hohen Erwartungen an den Beschäftigungsaufbau. „Die Unternehmen müssen erst wieder jene Mitarbeiter voll beschäftigen, für die sie in den letzten eindreiviertel Jahren nur unzureichend Beschäftigung hatten.“ Die Betriebe hätten große Anstrengungen unternommen, um ihre qualifizierten Mitarbeiter zu halten und den Beschäftigungseinbruch durch Kurzarbeit, reduzierte Wochenarbeitszeit, Abbau von Zeitkonten und Zeitarbeitskräften auszugleichen. Trotz eines Produktionsrückgangs von 26 Prozent haben die baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbauer 2009 im Jahresverlauf den Beschäftigtenstand nur um 5,3 Prozent verringert.
Auf die jetzige Belebung bei den Auftragseingängen reagieren die Unternehmen wiederum mit einer flexiblen Anpassung der Personalkapazität. Kurzarbeit und Abbau von Zeitkonten werden zurückgefahren und vermehrt wieder Zeitkonten aufgebaut. 22 Prozent der beteiligten Unternehmen wollen in den nächsten Monaten zudem Zeitarbeitskräfte einstellen.
Verantwortung der Banken
Nach Lindner kommt den Banken in der jetzigen konjunkturellen Situation eine besondere Verantwortung zu. „Wir können zwar nicht von einer generellen Kreditklemme sprechen. Viele Maschinenbauunternehmen klagen aber über schwieriger werdende Verhandlungen mit den Banken, gestiegene Anforderungen an die Dokumentation von Investitionsprojekten und Forderungen nach höhere Sicherheiten, längere Bearbeitungs- und Entscheidungszeiten, höhere Zinsen und Gebühren“ so der VDMA-Vorsitzende. Lindner appellierte nochmals ausdrücklich an die Banken, ihrer Funktion gerecht zu werden und die Betriebe ausreichend mit Finanzierungsmitteln zu fairen Konditionen zu versorgen.
Investitionen steigen wieder
Die Unternehmen haben nach dem Einbruch 2008 / 2009 wieder Mut gefasst und investieren wieder verstärkt. 33 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen wollen in diesem Jahr ihre Investitionen wieder steigern, 46 Prozent sie konstant halten und nur 21 Prozent ihre Investitionsvolumina reduzieren. „Die Unternehmen sind von den Marktchancen ihrer Produkte und Dienstleitungen überzeugt, verfolgen klare Strategien für die Erschließung neuer Marktpotenziale und investieren in die Zukunft“, so Lindner.
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(Pressemitteilung des VDMA)
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