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RFID im Mittelstand

Trotz der zahlreichen Diskussionen, Veröffentlichungen und technologischen Neuerungen auf dem Gebiet der RFID fällt es Unternehmen noch immer schwer, diese neue Technologie wirtschaftlich in eigene Anwendungen zu übertragen. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der Einsatz der richtigen RFID-Technologie von den jeweiligen Randbedingungen der Gegebenheiten und Prozesse abhängig ist, welche oftmals erst in Feldversuchen empirisch bestimmt werden müssen. Anders als große Handelskaufhäuser oder Konzerne der Automobilindustrie sind kleine und mittlere Unternehmen auf Grund fehlenden Know-hows oft nicht in der Lage, RFID-Projekte erfolgreich zu managen. Dies führt zu einem Scheitern bereits in frühen Phasen einer RFID-Einführung. Hier setzt das Forschungsprojekt „RFID im Mittelstand“ an.

Problemstellung

In den drei Teilprojekten „Vorgehen und Methoden zur Unterstützung von RFID-Projekten“, „Entwicklung eines intelligenten RFID-Readers“ und „Werkzeuge zur Abschätzung der Softwarekosten bei der Einführung von RFID“ sollen Lösungen erarbeitet werden, die es KMUs ermöglichen, RFID-Technologie in den eigenen Betrieb erfolgreich einzuführen. Die zu entwickelnden Vorgehensmethoden werden die Planung eines RFID-Einsatzes erheblich vereinfachen. Intelligente RFID-Reader werden bewährte und neue Anwendungen effizient und flexibel machen, und die Werkzeuge zur Abschätzung der anfallenden Softwarekosten  verringern die Unsicherheiten in der Kostenabschätzung.

Stand der Forschung

Die aktuell angebotenen Lösungsansätze für das Vorgehen und Managen von RFID-Projekten sind meist sehr pragmatisch in Form von Leitfäden, deren Inhalte sich oft auf eine allgemeine Darstellung der RFID-Technologie beschränken. Verschiedene (wissenschaftliche) Schriften betonen mit Verweis auf die Komplexität von RFID-Projekten die Notwendigkeit eines umfassenden Projektmanagements. Der Fokus bei RFID-Überlegungen der Unternehmen sowie diversen wissenschaftlichen Untersuchungen lag in den vergangenen Jahren vornehmlich auf der Überprüfung von Einsatzpotenzialen und anfallenden Kosten, da ein fehlender positiver „Business Case“ RFID-Projekte bereits früh zum Scheitern bringen kann.

Die Erfassung von Anpassungskosten der IT-Landschaft innerhalb eines Unternehmens durch die Integration von RFID-Technologie ist innerhalb des „Business Case“ eine von der Forschung bisher dabei noch kaum bearbeitete Fragestellung und wird in Projekten häufig ausgeblendet. Lösungen hierzu wurden bisher meist als proprietäre Lösungen im Unternehmenseinsatz kundenspezifisch konzipiert. Eine weitere Hürde zur Erreichung eines positiven „Business Case“ stellen die zur Verfügung stehenden technischen Funktionen bei vertretbaren Kosten von RFID-Systemen dar. Proprietäre Techniken und Protokolle werden im Allgemeinen nur in Situationen eingesetzt, in denen ein sehr hoher Vorteil aus deren Verwendung entsteht. Erst die Standardisierung hat UHF-RFID weltweit in Massenanwendungen anwendbar gemacht.

Bisher werden RFID-Reader lediglich mit externer Sensorik (Lichtschranken, Bewegungssensoren, etc.) verknüpft, um eine Aussage über die Bewegung des Transponders bzw. der Ware zu erhalten. Dieser hohe Sensorikaufwand bringt mehr Prozesssicherheit, aber auch sehr hohe Kosten für den 3D-Scanner.

Vorgehensweise und Zielsetzung

Im Auftaktprojekt „RFID im Mittelstand“ werden durch die Erstellung von Vorgehensmodellen und Entscheidungshilfen, sowie die Entwicklung neuer adaptiver RFID-Hardware v.a. kleine und mittelständische Unternehmen in die Lage versetzt, die RFID-Technologie nutzbringend in eigene und Partnerprozesse zu integrieren.

Durch die konsequente Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft im Bereich RFID, soll ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung und zum Ausbau von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen am Standort Bayern und Deutschland geleistet werden.

Konkret beinhaltet dieser die Entwicklung und Erweiterung von Vorgehensmodellen, Methoden und Werkzeugen, welche dem Nutzer z.B. Checklisten, Tools und Entscheidungsbäume in den einzelnen Projektphasen bereitstellen und insbesondere auch bei der Abschätzung von Kosten (insb. der Softwareintegration) helfen soll. Weiterhin ist die Entwicklung einer neuen, intelligenten Readertechnologie im Fokus, die einen flexiblen Einsatz von RFID zu geringen Kosten im industriellen Umfeld zulassen soll.

(Projekt des Logistik-Innovations-Zentrums)

Presse-Rückfragen bitte an:
liz – Logistik-Innovations-Zentrum
eine Initiative des
fml – Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik
Dipl.-Ing.  Andreas Fruth
Technische Universität München
Boltzmannstr. 15
85748 Garching

Tel: +49 (0)89 289-15913
Fax: +49 (0)89 289-15922
E-Mail: fruth(at)fml.mw.tum.de

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